SYSback Systemhaus für Automatisierung, Hochverfügbarkeit, Virtualisierung, Netzwerke und Datensicherheit

Video Interview

zum Geschäftsmodell 'Holistische Automation'

SYSback-Manager Alexander Hartmann: "Automatisierung ist ein Marathon, kein 100-Meter-Sprint". SYSback hat deshalb eine Methode und eine eigene Automationssoftware entwickelt, die es ermöglicht, Prozesse im eigenen Unternehmen, aber auch beim Kunden weitgehend zu automatisieren. Wie das Modell funktioniert, erläutert Hartmann im Video-Interview mit channelpartner.de.

Video


Das Interview zum nachlesen

Regina Böckle (channelpartner.de) stellt SYSback-Vorstand Alexander Hartmann Fragen zur Weiterentwicklung vom Systemhaus zum "Multi Vendor Automation Service Provider":

 

Syback ist als IT-Dienstleister gestartet, 2012 sind Sie ins Managed Service-Geschäft eingestiegen – und seit Anfang 2015 sind Sie also „Spezialist für Holistische Automation“. Mit welcher Bezeichnung stellen Sie Ihr Unternehmen bei Neukunden vor?

Wir stützen uns auf Fachwissen von Kollegen, die seit dem Jahr 2009 im Geschäft mit Prozess und technischer Automation sind. Diese Kollegen haben wir Ende 2014 für unsere Strategie begeistern können.
Wir stellen uns als „Multi Vendor Automation Service Provider“ vor, als herstellerunabhängiger Dienstleister für Holistische Automation von Datacenter, Cloud, Netzwerken und Prozessen, dazu gehören ITIL, ITSM, ITOM und Geschäftsprozesse, wie z.B. Order to Cash, Compliance etc..

 

Welchen Begriff würden Ihre Bestandskunden wählen?

Die Bestandskunden kannten uns zugegebenermaßen noch als ehemaliges Systemhaus und Handelspartner der großen Hersteller. Diese SYStemhaus DNA haben wir uns bewahrt und das tiefe Verständnis der Infrastrukturen ist sehr hilfreich bei holistischer Automation. Wir erklären unseren Kunden unser neues Portfolio und die damit verbundenen mannigfaltigen Automationsmöglichkeiten, die wir mittlerweile anbieten.

 

Was verbinden Sie mit dieser Neupositionierung?

Wir selbst verbinden mit unserer Transition eine Weiterentwicklung vom Systemhaus zum Multi Vendor Automation Service Provider. Dies ist für uns ein ständiger Prozess, den der Markt unseren Kunden und auch uns abverlangt. Wir entwickeln mittlerweile eigene Automationssoftware, wie z.B. unseren Ticket Analyzer TANLY, der uns eine Kunden-individuelle Vorschlagsliste  von zu automatisierenden Use Cases gibt.

Dieser Beratungsansatz auf Basis Big Data Technologie ist einzigartig, den hat kein anderer Softwarehersteller und auch kein Beratungshaus. Damit können wir sehr schnell am Anfang eines Automationsengagements zu den richtigen Ergebnissen / Use Cases kommen.

Danach automatisieren wir dann die Use Cases mit dem am besten dafür geeigneten Automations-Tool. Momentan haben wir hierzu Tools wie Flowster, IPcenter, arago HIRO, oder die MicroFocus Produktpalette (OO, SA, NA, DMA) an Bord. Wir erweitern diese Tools kontinuierlich, da der Markt sehr breit an Automationstools geworden ist. Die nächsten Kandidaten werden Red Hat Ansible Tower, vmware vRealize und wahrscheinlich Puppet sein. Unsere Skills erweitern wir hierzu ständig und sind dabei stolz auf jeden einzelnen SYSback Mitarbeiter!

Am Ende dieser Automationskette steht dann unser neues SYSback Tool SYS-UCL mit dem wir die gesamten Automaten intelligent verwalten und in kundenspezifische Wartungsverträge überführen können. Der Markt braucht Anbieter, die den Kunden helfen Ihre multiplen Automationsbeziehungen und automatisierten Use Cases intelligent zu managen. Je höher der Automationsgrad beim Kunden wird, umso wichtiger wird eine geordnete Verwaltung des Ganzen, denn letztlich übernehmen die Automaten sukzessive Verantwortung für Arbeitsaufgaben im Datacenter, in der Cloud, im Netzwerk oder in den Prozessen der Kunden. Daher benötigen die Kunden hierfür 7/24 Support und am besten einen Managed Service, der sich um den kontinuierlichen Betrieb der Automaten kümmert, das benötigt Betriebs- und Verwaltungswerkzeuge. SYS-UCL wird dies für SYSback in Zukunft übernehmen.

Damit bilden wir dann für unsere Kunden eine komplette Ende-zu-Ende Automationskette ab:

  1. TANLY Ticket Analyzer – Entdecken des gesamten Automationspotentials beim Kunden. Transparenz in den Use Cases, Quick Wins in ersten Automationsvorhaben.
  2. Bau der Automaten mit unterschiedlichen Hersteller Tools, wir verwenden das für die jeweilige Situation am besten geeignete Werkzeug, Multi Vendor, Best of Breed.
  3. SYS-UCL – Überführung der Automaten in eine geordnete Wartung, Angebot eines Managed Services für Betrieb der Automationsplattform und der Automaten.

 


Wenn Sie die IT und Prozesse Ihrer Kunden automatisieren, bedeutet das, dass Sie in Ihrem eigenen Unternehmen schon viele oder alle eigenen Prozesse standardisiert und automatisiert haben müssen. Wie ist der aktuelle Status?

Da haben Sie Recht. „Eat your own Dogfood“ ist natürlich immer wichtig. Wir setzen natürlich die Produkte selbst ein, die wir auch unseren Kunden verkaufen.

Wir betreiben einen HP/Micro Focus Service Manager in der neuesten Version 9.52 als Ticket System und denken gerade darüber nach ein weiteres Ticket System von einem unserer neuen Partner einzuführen. Im Automationsumfeld betreiben wir eine Flowster Plattform mit der wir unsere eigene Technik und unsere eigenen Prozesse automatisieren, wie z.B. ein automatisiertes Mitarbeiter Onboarding oder automatisierte Backup Prozesse. Wir nutzen diese Plattformen natürlich auch, um neue Mitarbeiter auf den Systemen zu trainieren und ihnen die Konzepte von ITIL, ITSM und Holistischer Automation beizubringen.

In unserer eigenen Prozess-Standardisierung spielt im Hause SYSback auch Sharepoint eine große Rolle mittlerweile, alle unsere ISO9001 oder EU-DSGVO Prozessthemen, aber auch Dokumentation, Urlaubsanträge, Mitarbeiterprofile etc. sind transparent auf dem Sharepoint Server vorhanden und werden dort auch gepflegt. SYSback hat seine gesamte Office Aktivität mittlerweile in die Office 365 Cloud verlagert (Email, Sharepoint, Skype for Business).

 

Wo erkennen Sie noch Lücken?

Durch unsere Transformation vom Systemhaus zum Multi Vendor Automation Service Provider haben sich natürlich auch einige interne Prozesse im Vertrieb, im Consulting und in der Vertriebsunterstützung verändert. Wir führen hier weitere Werkzeuge ein, die uns helfen unser Business weiter zu automatisieren und zu optimieren.

Durch den Wandel des Geschäftsmodells ist natürlich die Anzahl der parallel laufenden Projekte stark angestiegen. Um dies zu bewältigen brauchen Sie empathische Projektleiter die wir in unserer Unit SDM/PM stetig erweitern. Das Selbe trifft auf unseren Bereich der Enterprise Architektur zu. Das kontinuierliche Liefern von Service Excellence steht im Focus, da unsere ITSM- und Automationsprojekte schon einen sehr hohen Komplexitätsgrad erreichen.


Wie haben Sie diesen internen Wandel geschafft?

Mit Energie, Optimismus, Empathie und tollen Mitarbeitern die mit Herzblut dabei sind. Wir haben das neue Zielbild geprägt und den Weg von alt nach neu beschrieben. Das ist aber keine einmalige Aktion, sondern es muss sehr viel Kommunikation dazu stattfinden. Der Wandel war für viele Mitarbeiter aber auch für uns in der Führung herausfordernd.

Entscheidend für den Erfolg war, dass wir alle verstanden haben, dass die neue Sicherheit der „stetige Wandel“ ist. Im Zuge des gesamten Changes haben wir ein U23-Konzept in Leben gerufen - angelehnt an die Fußball-Nationalmannschaft. Da das Multi Vendor Automationsgeschäft ein absolutes Spezialthema ist, finden sie dazu keine ausgebildeten Mitarbeiter im Markt.

Wir suchen gute junge Kollegen, die gut in Standard Themen sind, wie zB Linux, Windows, Power Shell, Perl, JavaScript etc. und fördern diese dann, indem wir ihnen ITIL, Prozesswissen, Kommunikations-Skills und natürlich Automations- und ITSM Fachwissen beibringen. Wir stellen also nicht nur von außen ein, sondern wir bilden diese Spezialisten auch selbst aus.
Der Markt für Automation wird sich in den nächsten 9 Jahren um der Faktor 34 erweitern.

 

Was sind die drei wichtigsten Punkte bei dieser Umsetzung?

Es geht nur mit motivierten glücklichen Menschen  .. und das sind damit die drei wichtigsten Punkte!

Ständige, wertschätzende, zugewandte Kommunikation und Transparenz. Ein ehrliches Verständnis für die Ängste der Mitarbeiter, denn Veränderung bedeutet loslassen von Altem und zuwenden zu Neuen und damit Unbekannten und es bedeutet auch das jeder und jede sich neu erfinden darf.

 

Inwiefern hat sich dabei die Zusammenarbeit mit Ihren Herstellern/Lieferanten verändert?

Sehr nachhaltig – wir werden mittlerweile von Herstellern bewusst hofiert, da unsere Automationskompetenz in Kombination mit hochgradig automatisierbarer Infrastruktur sowohl dem Hersteller in seiner Positionierung als auch uns deutliche Wettbewerbsvorteile verschafft. Gerade der  verbleibende Markt für Handelsware ist sehr umkämpft und alle Systemhäuser kommen unter Margendruck in diesem „Roten Ozean“.

Wir haben in der Kombination unserer alten Kompetenzen mit unseren Automationskompetenzen einen „blauen Ozean“ erreicht, in dem schwimmen wieder Spaß und Freude bringt. Wir suchen Hersteller nur noch nach deren Automationsfähigkeit aus.

 

Jeder Hersteller spricht von Digitaler Transformation.
Wie weit haben Anbieter Ihrer Ansicht nach tatsächlich die Zusammenarbeit mit ihren Kunden und Partnern transformiert? Nicht nur in technologischer Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf das Rollenverständnis?

Das ist eine sehr generische Frage die ich wie folgt beantworten möchte: Die Alternative für alle Anbieter, dies nicht zu tun, führt unweigerlich zu Wettbewerbsnachteilen. Wir haben in Deutschland die riesengroße Chance die Digitalisierung für den Ausbau des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu nutzen.

 

Wie werden Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren bezeichnen?

SYSback entwickelt sich immer weiter in die Zukunft mit dem Schwerpunkt Holistische Automation. Jeder will heute überall so viel automatisieren, wie er nur kann, denn durch Automatisierung werden Sie schneller, qualitativ besser und natürlich auch günstiger. Diese Welle wird nicht abebben.

Wir sprechen davon, dass es in der fernen Zukunft nur noch zwei Elemente im Wesentlichen geben wird:

  1. Automation – denn alles wird irgendwie automatisiert werden, das ist mittlerweile ein Grundgesetz. Jedes Tool wird in der Zukunft eine Automationsschnittstelle / REST API haben.
  2. Psychologie – einzig der Mensch lässt sich nicht automatisieren. SYSback setzt hier auf starke Werte, seinen Kunden, Mitarbeitern und Partnern gegenüber, denn anders werden sie den Wandel nicht überstehen.

Die Automationswerkzeuge selbst werden sich stark in Richtung Atrificial Intelligence verändern in den nächsten 5 Jahren. Das Thema Runbook Automation wird sukzessive abnehmen und AI wird Einzug halten. Wir werden das im Sinne unseres stringenten Portfolio Managements begleiten. Wir sind mittlerweile so weit zu sagen, dass wir ein versioniertes, agiles Portfolio Management aufgebaut haben, denn das ist einer der zentralen Punkte, wenn sie multivendor unterwegs sind.